Was Vergleichsportale fragen und wozu
Der typische Ablauf fühlt sich wie ein Versicherungscheck an: Geburtsdatum, Bruttoeinkommen, Postleitzahl, manchmal Telefonnummer. Für eine Ersparnis in Euro brauchst du das Einkommen rechnerisch wirklich. Für alles andere, wer am günstigsten ist, wer erhöht hat und bis wann die Frist läuft, nicht.
Wozu die restlichen Fragen gut sind, erklärt ein Blick auf die Geschäftsmodelle. Nichts davon ist geheim, es steht in den Partner-Programmen der Branche. Es wird nur selten auf der Ergebnisseite erwähnt.
Was nach dem Klick passiert
Wer auf „Wechseln“ klickt, landet meist nicht auf der normalen Antragsseite der Kasse, sondern auf einem präparierten Deep-Link. Belegt sind Parameter wie Tracking-Kennungen in den URLs, mit denen Kassen und Portale den Vermittlungserfolg zuordnen; die Zugänge gehen über Vertriebspartner-Portale einzelner Kassen. Daran ist nichts illegales. Es erklärt aber, warum ein Portal dir bestimmte Kassen prominent zeigt und dir den Wechsel abnimmt, statt dich direkt zu verlinken.
Zweitens: Manche Dienste sind keine Makler, sondern reichen deine Daten an externe Betreuer weiter. Die Anfrage „Check24 krankenkasse erfahrung anruf“ ist dafür ein eigener Suchbegriff geworden; in Finanz-Foren lesen sich die Erfahrungen mit Rückgewinnungs-Anrufen nach Wechselversuchen regelmäßig so: „Anruf bekommen. Wir wurden 300 € geboten.“ Die Kasse selbst darf Kundenbindung natürlich betreiben; die Überraschung ist der Teil, der dich erreicht.
Unser Gegenmodell: E-Mail reicht. Wir fragen nie nach Einkommen, Alarm einrichten braucht nur Adresse und Kasse.
Wer den Wechsel bezahlt
Die Kurzform: Kassen zahlen für neue Mitglieder. Die Zahlen stammen aus einer BR-Recherche, Branchenberichten und veröffentlichten Vertriebspartner-Programmen:
| Dienst | Modell | Belegte Summe je vermitteltem Wechsel |
|---|---|---|
| Check24 GKV | Maklerprovision | bis 112,35 € (BR) |
| KassenKompass | Vermittlung über Deep-Links | bis 112,35 € (BR) |
| Tarifcheck.de | Vermittlung über externe Partner | Provision je Abschluss (Partnerprogramm) |
| Kassen-eigene Programme | „Aufwandsentschädigung“ für Vermittler | 30 € bis 118,65 € (Vertriebspartner-Programm einer BKK; 98,70 € bei einer anderen Kasse laut Branchenbericht) |
Die Zahlungen heißen bewusst „Aufwandsentschädigung“, nicht Provision; das hat zuwendungsrechtliche Gründe. Der BR hat die Portalfälle unter der Überschrift „Schnäppchenjagd auf Kosten der Kranken“ berichtet.
Und wir? Wir verdienen später über dasselbe Instrument: gekennzeichnete Vermittlungs-Links (Tippgeber-Programm, 50 bis 100 € je abgeschlossenem Wechsel, sobald aktiv). Der Unterschied, auf den es ankommt: Unsere Rangfolge bleibt neutral (sortiert nach Zusatzbeitrag, nie nach Provision), und der Alarm bleibt kostenlos. Mehr dazu in Warum gkv-alarm.de kostenlos ist.
Checkliste: Woran du einen ehrlichen Vergleich erkennst
- Muss ich mein Einkommen angeben, um Sätze zu sehen? (Für den Preis selbst unnötig.)
- Zeigt die Seite das Datum der Daten, ein „Stand“? Ohne Stand kann der Satz Monate alt sein.
- Führt der Wechsel-Button direkt zur Kasse oder über einen Zwischen-Tracker?
- Ist die Sortierung nach Preis erklärt, oder sortiert jemand nach Eigeninteresse?
- Steht irgendwo, wie die Seite Geld verdient?
- Werden geschlossene Kassen als „wählbar“ gezeigt, obwohl sie niemanden aufnehmen?
Diese Checkliste trifft auch auf uns zu: Unsere Kassen-Übersicht zeigt jeden Satz mit Stand-Datum, sortiert nach Zusatzbeitrag; die Beispiel-Ersparnis rechnet der Spar-Rechner anonym und ohne Speicherung deines Einkommens; und geschlossene Kassen sind als solche markiert.
Einordnung
Vergleichsportale sind nicht unseriös, sie machen einen legalen Job, und die Basis-Informationen vieler Redaktionen sind gut. Die Frage ist nur, wem der Dienst am Ende dient: dir oder dem Vermittlergeschäft. Wir halten diese Seite deshalb mit Quellenangaben aktuell und prüfen sie vierteljährlich nach.
Alle genannten Summen und Mechaniken stammen aus der im Quellenblock genannten BR-Recherche, Branchenberichten und veröffentlichten Partner-Programmen (Stand 2026). Zahlen können sich ändern; dieser Artikel wird bei neuen Belegen aktualisiert.
Häufige Fragen
Wie verdienen Krankenkassen-Vergleichsportale?
Über Vermittlungsvergütungen der Kassen. Der höchste belegte Wert liegt bei 112,35 € je vermitteltem Wechsel bei großen Portalen (BR-Recherche); Kassen-eigene Vertriebsprogramme zahlen 30 € bis 118,65 €.
Muss ich mit Anrufen rechnen?
Dafür gibt es eigene Suchanfragen und Forum-Berichte über Anrufe nach Wechsel-Versuchen. Wir arbeiten grundsätzlich per E-Mail.
Und wie verdient gkv-alarm.de?
Später über gekennzeichnete Vermittlungs-Links (Tippgeber-Programm, 50 bis 100 € je Wechsel, sobald aktiv). Der Alarm ist und bleibt kostenlos, die Sortierung folgt nur dem Zusatzbeitrag.
Brauche ich für Zusatzbeitragssätze überhaupt ein Portal?
Nein. Rechtsgrundlage der Liste ist § 242 Abs. 5 SGB V. Wir prüfen täglich die Verbandsübersicht und übernehmen die Sätze mit Datum, ohne dass du irgendwas angibst.
Kriege ich die Provision, wenn ich ohne Portal wechsle?
Die Vermittlungsvergütungen laufen zwischen Kasse und Portal, als Mitglied siehst du davon nichts. Was es gibt, sind direkte Wechselprämien mancher Kassen, gezahlt an dich, einmalig und unabhängig vom Beitragssatz. Wie die rechnen und warum unser Ranking trotzdem nur nach Satz sortiert, steht im Artikel zur [Wechselprämie](/ratgeber/wechselpraemie-krankenkasse).
Quellen und Grundlagen
- BR: Online-Kassenportale — Schnäppchenjagd auf Kosten der Kranken
- Vertriebspartner-Programm einer Betriebskrankenkasse: Aufwandsentschädigungen 30 € bis 118,65 € (2026)
- procontra-Branchenbericht: 98,70 € Aufwandsentschädigung bei einer Kasse
- § 242 Abs. 5 SGB V (Veröffentlichung der Beitragssätze)
- Entscheidung 22 (Tippgeber-Monetarisierung, 20.08.2026, docs/ideas/monetization.md)
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Nichts von der nächsten Erhöhung überraschen lassen
Alarm für deine Kasse einrichten: eine Mail, sobald der Zusatzbeitrag steigt.
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